• Bahnhof Püttlingen
    Zentrum für Kultur, Kunst, Bildung und Tourismus.
  • Bahnhof Püttlingen
    Zentrum für Kultur, Kunst, Bildung und Tourismus.
  • Bahnhof Püttlingen
    Zentrum für Kultur, Kunst, Bildung und Tourismus.

Intelligentes Strommanagement kann bis zu 50 % Kosten einsparen


Im gut besuchten Vortrag des Kulturforums Köllertal e.V. informierte der Referent Markus Jolly Ende März über intelligente Strommanagement-Systeme, auch in Kombination mit Wärmepumpen.

„Ab 2027 wird der CO₂-Preis durch den europäischen Emissionshandel marktabhängig. Dies wird voraussichtlich zu einem deutlichen Preisanstieg führen“, eröffnete der Referent aus Saarbrücken seinen Vortrag. Aktuell liege der CO₂-Preis bei 55-65 Euro pro Tonne. Die Prognosen für 2027 ließen eine Steigerung von bis zu 200 Euro pro Tonne erwarten. „Niemand rechnet aktuell mit sinkenden Energiekosten in den nächsten Jahren,“ stellte Jolly fest. Für unsanierte Einfamilienhäuser könne die Steigerung des CO₂-Preises Mehrkosten von über tausend Euro pro Jahr verursachen.

Daher sei es wichtig, für das eigene Haus das beste Optimierungskonzept zu finden. Nicht nur der Blick auf die Investitionskosten, sondern eher eine Gesamtkostenbetrachtung für die nächsten 15 bis 20 Jahre sei sinnvoll. „Die billigste Lösung ist meist nicht das beste Optimierungskonzept für das eigene Gebäude“, fasste Jolly seine langjährige Erfahrung zusammen.

Gesamtkosten über die Laufzeit beachten

„Aktuelle Studien des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme zeigen, dass das effizienteste System die Kombination von Wärmepumpe, PVT-Hybridkollektoren und Erdsonden ist“, erläuterte Jolly. Bei PVT-Hybridkollektoren handele es sich um handelsübliche PV-Module, die durch einen Absorber auf der Rückseite thermisch aktiviert würden. Dadurch könnten sie auch als Wärmequelle für Wärmepumpen-Systeme genutzt werden. Diese neuen PVT-Systeme könnten einfach hinter Bestands-PV-Anlagen angebracht werden. Dadurch werde auch die thermische Nutzung bestehender PV-Anlagen für Wärmepumpen ermöglicht.

„Der Absorber wiegt ca. 15 Kilogramm pro Quadratmeter, was für übliche Dächer als zusätzliche Belastung kein Problem ist“, informierte der Referent. Die Anzahl der notwendigen thermisch aktivierten Module richte sich nach der Größe der Wärmepumpe. Für eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 10 Kilowatt seien ca. 20 thermische Absorber notwendig.

Intelligente Stromsysteme auf Grundlage von Batteriespeichern

In Kombination mit Wärmepumpen mache der Einsatz von Batteriespeichern im Sinne der Sektor-Koppelung besonders viel Sinn – sofern diese intelligent gesteuert würden und auch mit dem Stromnetz verbunden seien. „Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Batteriespeicher, die nur mit einer PV-Anlage verbunden sind, bis zu 100 Tage im Jahr quasi arbeitslos bzw. wirkungslos sind. Mittels KI-gesteuerter Batteriespeicher, die mit dem Stromnetz interagieren, können bis zu 50 % der Kosten eingespart werden“, fasste der Geschäftsführer der eVERA energy GmbH zusammen.

Der Vortrag „Intelligentes Strommanagement“ war die 27. Veranstaltung in der Reihe „Gläserne Baustelle Bahnhof Püttlingen – auf dem Weg zum 1. klimaneutralen Industriedenkmal im Saarland“. Mitveranstalter sind das Saarbrücker Energieforschungsinstitut IZES gGmbH und die Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken.